Tes­ta­men­te in Block­schrift: Chan­cen, Risi­ken und gra­fo­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen

Immer häu­fi­ger wer­den Tes­ta­men­te ganz oder teil­wei­se in Block­schrift ver­fasst. Die­se Ent­wick­lung geht unter ande­rem auf die weit ver­brei­te­te Nut­zung digi­ta­ler Medi­en zurück, die zu einer eher druck­schrift­li­chen Schreib­wei­se führt, sowie auf das Bestre­ben, den letz­ten Wil­len mög­lichst klar und les­bar fest­zu­hal­ten. Gera­de im Zusam­men­hang mit der Gül­tig­keit von Tes­ta­men­ten spielt die Les­bar­keit eine wich­ti­ge Rol­le.

Juris­tisch betrach­tet ist gegen Block­schrift grund­sätz­lich nichts ein­zu­wen­den, sofern Text, Datum und Unter­schrift vom Ver­fas­ser selbst stam­men. Gera­de im Zusam­men­hang mit der Gül­tig­keit von Tes­ta­men­ten spielt die Les­bar­keit eine wich­ti­ge Rol­le. Schwie­rig­kei­ten ent­ste­hen jedoch bei der Über­prü­fung sol­cher Doku­men­te: da das cha­rak­te­ris­ti­sche Bewe­gungs­ele­ment der Hand­schrift in Block­buch­sta­ben stark redu­ziert wird, fal­len vie­le per­sön­li­che Merk­ma­le weg, die ansons­ten einen kla­ren Rück­schluss auf den tat­säch­li­chen Urhe­ber erlau­ben wür­den.

Gera­de die­ses Feh­len indi­vi­du­el­ler Züge macht Block­schrift für Fäl­scher attrak­tiv. In Streit­fäl­len liegt es daher an spe­zia­li­sier­ten Sach­ver­stän­di­gen, die weni­gen ver­blei­ben­den Beson­der­hei­ten – zum Bei­spiel bei der Ver­bin­dung bestimm­ter Groß­buch­sta­ben oder in den Pro­por­tio­nen ein­zel­ner Zei­chen – sorg­fäl­tig zu unter­su­chen und zu bewer­ten.